Derby-Emotionen
Freitag, 17. Februar 2012
Derby-Emotionen
Am Samstag um 18:30 Uhr findet es also statt, das 300. Wiener Derby. Die mediale Berichterstattung nimmt neue Ausmaße an – Grund genug auch für wahretabelle.at das Jubiläum unter die Lupe zu nehmen. Dabei kommen interessante Details zum Vorschein.
Die Wahre Tabelle existiert seit der Saison 2008/2009. Seitdem wurden 14 Wiener Lokalduelle gespielt. Es mag vielleicht polemisch klingen – aber die Austria ist in dieser Periode eindeutig die benachteiligte Mannschaft.
Beweise? Den demokratischen Abstimmungen auf dieser Seite nach, hätte der Rekordmeister in vier der letzten fünf Spiele einen Ausschluss hinnehmen müssen. Helge Payer für ein Handspiel, Boris Prokopič für eine Unsportlichkeit, Markus Katzer wegen eines überharten Tacklings und Andreas Dober war beim Gerangel mit Michael Liendl auch nicht unschuldig.
Auffallend ist auch, dass in den beiden Saisonen 2008/2009 und 2009/2010 kaum strittige Szenen und Fehlentscheidungen vorgekommen sind. Insgesamt vier Pfiffe beziehungsweise Nicht-Pfiffe der Schiedsrichter wurden diskutiert, ein Entschluss wurde als falsch bewertet. Im Gegensatz dazu stehen die letzten sechs Derbys. Elf strittige Szenen und sechs Referee-Fehler gab es dabei.
Als möglicher Grund dafür könnte das jeweilige Resultat angegeben werden. Während es von 2008 bis Sommer 2010 sechs Heimsiege und zwei Remis gab, setzte es für die Hausherren seit der vergangenen Saison bereits fünf Niederlagen. Die aus dem verletzten Stolz resultierenden Emotionen lassen eine Partie bekanntlich gehörig aufkochen.
Zum größten "Aufkocher" der vergangenen Jahre befragte wahretabelle.at Lukas Könighofer. "Das Didulica-Spiel ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben", so der 22-Jährige. Trotz der aufkochenden Emotionen gegen die Austria, kann Königshofer solche Extrem-Ausraster nicht nachvollziehen: "Natürlich muss man als Tormann eiskalt rausgehen, sonst zieht man den Kürzeren. Diese Geschichte war allerdings schon etwas anderes. Sowohl aus Sicht eines Rapid-Fans, als auch aus Sicht eines Torhüters."
Dass der Derby-Druck auch ihn zu Kurzschuluss-Reaktionen verleitet, kann sich der Schlussmann nicht vorstellen: "Da lass ich mich auf nichts ein. Gegen die Austria agiere ich genauso, wie gegen jeden anderen Klub auch." Zum ersten Mal ist Rapids Torhüter dabei – zumindest als Spieler. "Ich freue mich schon extrem darauf, bin aber natürlich auch schon aufgeregt." Seine Kampfansage kommt jedenfalls bestimmt – aber ohne verbale Kung-Fu-Tritte aus: "Ich werde auch nach dem Derby noch ungeschlagen sein."
red



