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Europa League: Zwei Schiedsrichter-Assistenten mehr auf dem Platz

Montag, 14. September 2009

Europa League: Zwei Schiedsrichter-Assistenten mehr auf dem Platz

Die Frischzellenkur für den altehrwürdigen Uefa-Cup macht auch vor dem Regelwerk nicht halt und wartet mit Beginn der Gruppenphase mit einer großen Veränderung auf. Alle 144 Gruppenspiele werden von insgesamt sechs Offiziellen geleitet. Neben Schiedsrichter, seinen zwei Assistenten und dem so genannten 4. Offiziellen werden zwei Additional Assistant Referees (AAR) – auch Torrichter genannt – eingesetzt werden.
Der Test ist die Fortführung eines gemeinsamen Experiments der Uefa und des für die Aufstellung der Regeln zuständige International Football Association Board (IFAB – bestehend aus Vertretern der 4 britischen Verbände und der FIFA) auf professioneller Ebene. Zuvor kamen die Schiedsrichter Nr. 5 und 6 in der Qualifikationsphase zur U-19 EM zum Einsatz.

Brennpunkt zwischen Strafraum und Tribüne

Postiert werden die zusätzlichen Assistenten auf der Torlinie, und zwar auf jener Seite des Tores, die dem klassischen „Outwachler“ ferner ist. Ihn als bloßen Torrichter zu bezeichnen, würde sein Aufgabengebiet aber zu sehr eingrenzen. Die geschulten Augen der zwei ARR sollen auch helfen den Überblick in turbulenten Strafraumszenen zu behalten. Versteckten Fouls, etwa bei der Ausführung von Freistößen oder Cornern, wurde somit einmal mehr der Kampf angesagt.
Sollte sich das Spiel in die gegnerische Hälfte verlagern, dürfen die neuen Schiedsrichter-Assistenten zwecks besserer Sicht auch den Strafraum betreten. Besonderes Augenmerk soll auch dann auf die Nebenschauplätze, hinter dem Rücken des Schiedsrichtertrios, gelegt werden.

Eine Fahne werden die zwei Referees im Unterschied zu den Assistenten an den Seitenoutlinien nicht erhalten. Die Kommunikation mit dem Spielleiter erfolgt nur per Funk. Die letztendliche Entscheidung hat auch dieser zu treffen. Ebenfalls interessant kann die „Interaktion“ des Publikums mit den neuen Offiziellen werden. Denn ihre Position auf dem Spielfeld ist in der Tat ein Hot-Spot. Ihre Meinung zu strittigen Situationen werden sie in vielen Fällen nur wenige Meter von den Fansektoren entfernt vertreten müssen. Vielleicht werden sie sich dann statt einer Fahne einen Regenschutz herbei wünschen.

Mensch vs. Maschine

Experten der IFAB werden bis Dezember sämtliche Spiele beobachten und überprüfen, ob die Kontrolle über das Spiel tatsächlich erweitert wurde.
Für die Verbände steht viel auf dem Spiel, denn sollte das Experiment misslingen, werden wohl wieder Rufe nach einem Videobeweis laut werden, und den gilt es für die Funktionäre zu verhindern. Sehr drastisch formulierte es etwa Uefa-Präsident Michel Platini: "Das wäre ein Desaster, denn der Videobeweis mit Unterbrechungen im Zweiminutentakt würde zu einem ganz anderen Spiel führen und wäre der Tod des Fußballs." Diskussionen tragen wohl nur nach dem Spiel zum Charme des Sports bei.
Auch fürchten viele um die Regel-Einigkeit von Spitzen- und Breitensport, denn im Amateurbereich wäre der Videobeweis nur schwer umsetzbar.

Sebastian Kelterer
 

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