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Olympique Marseille will Nigel de Jong verklagen

Montag, 11. Oktober 2010

Olympique Marseille will Nigel de Jong verklagen

Macht das Österreichische Beispiel Schule? Nach der Causa Didulica und der Posse um Rapid-Stürmer Vennegoor of Hesselink droht nun Nigel de Jong ein gerichtliches Nachspiel. Olympique Marseille will ihn verklagen.


Einen einschlägigen Ruf hat sich der niederländische Teamspieler Nigel de Jong bereits erworben. Sein brutales Foul mit gestrecktem Bein gegen die Brust des Spaniers Xabi Alonso im WM-Finale ist noch in bester Erinnerung. Die Szene ging um die Welt und die Empörung war groß, nicht zuletzt weil die erforderliche Rote Karte blieb in der Tasche des englischen Referees Howard Webb.

 


Nun hat de Jong wieder zugeschlagen oder, besser gesagt, zugetreten. Leidtragender des Fouls war Newcastle-Spieler Hatem Ben Afra, der dabei einen doppelten Beinbruch erlitt. Wieder kam der nunmehrige Manchester City Legionär ungeschoren davon. Fast, denn ausgeschlossen wurde de Jong zwar auch diesmal nicht, aber Bondscoach Bert van Marwijk strich den Übeltäter aus dem Kader der niederländischen Elftal. Er habe keine andere Wahl gehabt, begründete der Teamchef seine Entscheidung.

 



Nigel de Jong droht jetzt weiteres Ungemach. Denn Ben Afra spielt nur leihweise für Newcastle United. Eigentlich steht der Flügelstürmer in Diensten des französischen Traditionsklubs Olympique Marseille und dieser strebt nun eine gerichtliches Nachspiel an. OM-Präsident Jean-Claude Dassier bestätigte gegenüber dem französischen Fernsehen, dass die Anwälte des Klubs eine Klage gegen de Jong vorbereiten.

 


Macht das österreichische Beispiel Schule oder entsprechen die jüngsten Ereignisse einfach nur dem Zeitgeist?


Wir erinnern uns: erst unlängst sorgte der Rieder Staatsanwalt für Aufsehen, als er nach der schweren Verletzung des SV Ried Spielers Stefan Lexa im Zweikampf gegen Rapids Jan Vennegoor of Hesselink Untersuchungen wegen des Tatbestandes der Körperverletzung einleitete. Schließlich äußerten einige Innviertler den Verdacht, dass das Foul mutwillig begangen wurde. Dem musste von den Behörden nachgegangen werden.


Spektakulärer war nur der Fall Didulica. Nach einem brutalen Foul im Wiener Derby an Gegenspieler Axel Lawaree musste sich der damalige Austria-Tormann tatsächlich vor Gericht verantworten. Joey Didulica war seinem Kontrahenten beim Herauslaufen mit dem Knie ins Gesicht gesprungen. Resultat: Nasenbein-Trümmerbruch.


Der langwierige Prozess endete in erster Instanz mit einem Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung. Nach Berufung wurde Didulica allerdings freigesprochen. Das zivilrechtliche Verfahren endete mit einem Vergleich.


Welche Lehren können daraus gezogen werden?


Im Gegensatz zu de Jong bekam Joey Didulica eine Rote Karte zu sehen und wurde für acht Spiele gesperrt. Die Sportgerichtsbarkeit muss sich dennoch überlegen, wie sie mit dem Trend zu Verfahren im staatlichen Justizapparat umgehen will. Denn eines ist augenscheinlich, im konkreten Fall Ben Afra geht es um Vermögenswerte. De Jong hat durch seine Brutalo-Attacke den Wert eines Spielers gesenkt. Während Newcastle "nur" auf einen Spieler verzichten muss, sieht Olympique Marseille getätigte Investitionen in Gefahr.

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