Schottlands Schiedsrichter treten in den Streik
Dienstag, 23. November 2010
Schottlands Schiedsrichter treten in den Streik
Schottlands Schiedrichter-Elite reagiert auf die zahlreichen Anfeindungen der letzten Wochen und hat am Sonntag einen Streikbeschluss gefasst. Die Referees sehen sich zunehmend unter Druck gesetzt, die Angriffe reichen von Infragestellung ihrer Integrität seitens der Kluboffiziellen bis hin zu anonymen Morddrohungen.
Seit der kontroversiellen Rücknahme einer Elfmeterentscheidung im Spiel Celtic Glasgow gegen Dundee United im Oktober dieses Jahres kommt der schottische Fußballsport nicht zur Ruhe. Referee Douglas McDonald hatte nach einem vermeintlichen Foul des Dundee-Tormannes an einem Celtic-Spieler auf Foul und Strafstoß entschieden, sein Urteil aber vorgeblich nach Beratung mit dem Schiedsrichter-Assistenten Steven Craven revidiert und das Spiel stattdessen mit einem Schiedsrichter-Ball fortgeführt. Richtig brisant wurde die Affäre, als nach dem Rücktritt des Linienrichters bekannt wurde, dass McDonald in seinem Spielbericht gelogen habe.
Celtic-Funktionäre forderten McDonalds Entlassung oder Rücktritt. Die SFA hielt aber weiterhin an dem umstrittenen Schiedsrichter fest. Die Atmosphäre rund um die schottischen Unparteiischen verschlechterte sich in den folgenden Wochen mit jeder strittigen Entscheidung zusehends. Mit dem Streikbeschluss der insgesamt 31 Kategorie-1-Schiedsrichter am vergangenen Sonntag hat der Konflikt einen neuen Höhepunkt erreicht.
Entgegen den Erwartungen vieler Beobachter, wolle sich der europäische Fußballverband UEFA (noch) nicht einmischen. Es sei eine rein schottische Angelegenheit, ließ ein Sprecher der UEFA ausrichten.
SFA-Vorstand Stewart Regan bestätigte gegenüber schottischen Medien indes Pläne, Schiedsrichter aus Irland oder den skandinavischen Ländern einzufliegen.
sk



