Spieler schwänzen Regelkunde
Donnerstag, 26. Januar 2012
Spieler schwänzen Regelkunde
Wenn Tumulte auf dem Platz entstehen, liegt das bekannterweise oft an Schiedsrichterentscheidungen, mit denen die Spieler nicht einverstanden sind. Einleuchtend ist dabei auch, dass es sich dabei nicht immer um Fehler der Referees handeln muss. "Die Regelkenntnis der Spieler ist schlecht, es interessiert sie einfach nicht. Wenn man 'Mensch ärgere dich nicht' spielt, muss man sich vorher die Regeln anschauen. Fußballer machen das eigentlich nicht, das ist paradox, aber so ist es", klagte Komitee-Vorsitzender Johann Hantschk in einem Artikel der APA.
Ganze sechs Klubs der obersten Liga haben in dieser Saison noch nicht einmal die verpflichtende Regelkunde abgehalten. Ried, Kapfenberg, Wiener Neustadt und Rapid erfüllten diese zumindest Vorgabe schon. "Den Spielern und Trainern soll man jetzt vor der Frühjahrssaison die Schwerpunkte erklären, die schon seit einem halben Jahr gelten. Wir haben erfahren, dass ein paar Spieler und Trainer diese gar nicht gekannt haben", so Hantschk.
Da die Schiedsrichter - so wie die meisten Vereine – ihr Trainingslager in der Türkei abhalten, boten sie auch die Möglichkeit an, Regeldiskussionen und "Aufklärungsunterricht" abzuhalten. Kein einziger Klub nahm diese Gelegenheit allerdings wahr. "Wir wollen partnerschaftlich agieren. Solche Treffen liefern einen Beitrag zu dem, was wir wollen. Aufeinanderzugehen, miteinander kommunizieren und Verständnis für den anderen haben. Die Spieler können ihre Sorgen kundtun, und wir sagen aus unserer Sicht was falsch läuft oder verbessert gehört.", erklärte der 72-Jährige.
Wenn die Männer mit der Pfeife falsche Entscheidungen machen, stehen sie naturgemäß am medialen Pranger. Darüber darf man sich laut dem Boss des Komitees aber nicht beschweren: "Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, muss, wenn er einen Fehler macht, dazu stehen."
Generell werde das Spiel für die Referees schwieriger. Hantschk plädierte deswegen auf ein wenig Nachsicht: "Man fängt jetzt Dinge mit zehn, zwölf Kameras ein, die das Auge des Schiedsrichters einfach nicht erkennen kann. Fehlwahrnehmungen, die erst aufgrund einer Zeitlupenstudie oder oftmaliger Wiederholungen deutlich werden, dürfen dem Schiri nicht angelastet werden."



