Vier um den Herbstmeistertitel – Zwei gegen die Rote Laterne
Freitag, 9. Dezember 2011
Vier um den Herbstmeistertitel – Zwei gegen die Rote Laterne
Soeben haben wir die torärmste Runde der Zehnerliga-Historie hinter uns gebracht. Das Spitzenquartett hält nach siebzehn Partien bei jeweils 28 Zählern. Noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel hat diese bescheidene Ausbeute zu diesem Zeitpunkt der Saison zur Tabellenführung gereicht. Darüber hinaus ist der Unentschieden-Anteil der mit 39 Prozent verhältnismäßig hoch.
Wir Fußball-Enthusiasten ärgern uns über das Unvermögen der Bundesligisten und schöpfen Hoffnung aus der spannenden Konstellation. Irgendjemand muss schließlich Herbstmeister werden, als Erster in die Winterpause gehen und Ende Mai den Meisterteller stemmen.
Am kommenden Wochenende geht es um den ersten Titel, wenngleich es ein inoffizieller ist. Die Wiener Großklubs Austria und Rapid, Vorjahres-Herbstmeister Ried und Aufsteiger Admira messen sich in der 18. Runde im Fernduell.
Rapid eröffnet das Rennen um den Herbstmeistertitel
Rapid kann am Samstagnachmittag zu Hause gegen Wacker Innsbruck vorlegen. Die Hütteldorfer gehen als Favorit ins Spiel. Dafür sprechen sowohl die jüngste Erfolgsbilanz (sieben Spiele ohne Niederlage) sowie die Tatsache, dass die Tiroler bereits seit fast zehn Jahren auf einen Auswärtssieg bei Rapid warten. Geleitet wird das Spiel von Oliver Drachta.
Am Samstagabend bietet sich für die SV Ried zu Hause gegen Wiener Neustadt sowie die Wiener Austria in Graz bei Meister Sturm die Möglichkeit nachzuziehen. Ried ist der Titelverteidiger in Sachen Herbstmeisterschaft und Winterkrone. Der im Vorjahr als sensationell gefeierte Erfolg wurde in dieser Saison bestätigt. Die Innviertler sind ebenfalls seit sieben Runden unbesiegt, die Gäste aus Niederösterreich können "nur" auf eine Serie von vier Spielen ohne Niederlage verweisen. Schiedsrichter Rene Eisner kann vor seiner achten Partie auf eine eindrucksvolle Bilanz in der Herbstsaison verweisen. Dem Steirer unterliefen erst zwei Fehlentscheidungen. Eine davon rettete den Riedern in der neunten Runde gegen Wiener Neustadt einen Punkt.
In unserer Wahren Tabelle hat die Austria sowohl Herbstmeistertitel als auch die Winterkrone sicher. Die Veilchen liegen vor der Pause uneinholbar mit sieben Punkten Vorsprung vor Sturm Graz an der Spitze. Im offiziellen Klassement trennen die beiden Kontrahenten fünf Zähler, für die Wiener reicht es dennoch zur Tabellenführung – die Möglichkeit davonzuziehen wurde in den jüngsten zwei Spielen ausgelassen. Pikant ist das Duell aber vor allem, weil die beste Heimmannschaft auf die nach Verlustpunkten beste Auswärtself trifft. Mit der Spielleitung wurde der Vorarlberger Roland Schörgenhofer betraut – er weist in dieser Saison im Falle von Fehlentscheidungen eine deutliche Gästeteam-Lastigkeit auf.
Vorentscheidung im Abstiegskampf?
Auch im Abstiegskampf fällt eine Entscheidung, in welcher Ausgangsposition das Frühjahr begonnen wird. Schlusslicht Kapfenberg gastiert beim Vorletzten Mattersburg. Der aktuelle Rückstand beträgt vier Punkte. Die Falken stehen mit Neo-Trainer Thomas von Heesen also unter Siegzwang. Bereits ein Remis genügt den Burgenländern, um den neunten Platz winterfest zu machen. In diesem Duell trifft das schwächste Heimteam auf die schlechteste Auswärtsmannschaft. Dafür gehören beide Teams zum Spitzenfeld, was Karten anbelangt. Keine leichte Aufgabe für Schiedsrichter Thomas Gangl.
Beschlossen wird die 18. Runde am Sonntag mit dem Spiel Salzburg gegen die Admira. Zu Hause ist der Liga-Krösus noch ungeschlagen, dennoch steht den Festspielstädtern wegen der vielen Unentschieden eine enttäuschende Ausbeute zu Buche. Aufsteiger Admira hingegen hat eine bescheidene Auswärtsbilanz. Der Mannschaft von Didi Kühbauer gelang bisher nur ein Auswärtssieg, dieser aber bei der Wiener Austria. Dafür dürfen die Admiraner auf ungeheures Schiedsrichterglück verweisen. Kein Team wurde in strittigen Situationen so sehr bevorteilt wie die Niederösterreicher. Die Salzburger dürfen allerdings aufatmen. Von Harald Lechner, der das Spiel pfeifen wird, erhielt die Admira heuer jedenfalls keine Geschenke.



